D-Stuttgart | Medizin im digitalen Zeitalter: Forum Gesundheitsstandort präsentiert Technologie-Projekte bei der DMEA 2025
Daten retten Leben. Denn mit neuen Technologien und mit der Unterstützung von Künstlicher Intelligenz lassen sich riesige Mengen medizinischer Daten verlässlicher als je zuvor auswerten. So können Krankheiten frühzeitiger erkannt und behandelt werden. Dazu aber gilt es, die Daten optimal miteinander zu vernetzen, damit Ärztinnen, Ärzte, Kliniken und Pflegende ihre Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln können. Um die dazu nötigen Infrastrukturen zu schaffen, fördert das Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg aktuell drei innovative Projekte, die dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung von Morgen zu gestalten. Diese werden vom 8. bis 10. April bei der DMEA, einer der wichtigsten Messen im Bereich Digital Health, in Berlin vorgestellt.
Die Projekte im Überblick:
- MEDI:CUS
- PC3-AIDA
- ZPM Digitalstrategie
MEDI:CUS
Mit dem Projekt MEDI:CUS (kurz für: „Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher“) will das Land Baden-Württemberg eine sichere und datenschutzkonforme cloudbasierte Gesundheitsdateninfrastruktur aufbauen – für eine vernetzte und optimale Gesundheitsversorgung. Dazu wird ein zukunftsfähiges Gesundheitsdatenökosystem geschaffen, das die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen weiter vorantreibt und die bislang stark siloartig organisierten IT-Strukturen im Gesundheitswesen integrieren und flexibler gestalten soll. Um den vielfältigen Anforderungen der Krankenhäuser entsprechen zu können, setzt MEDI:CUS auf einen Multi-Cloud-Ansatz: Über die Plattform erhalten die Leistungserbringer im Gesundheitswesen Zugriff auf verschiedene Fachanwendungen und Basisdienste. Der standardisierte und modulare Aufbau ermöglicht eine cloudbasierte Versorgung nach dem „App-Store“-Modell und sorgt damit für die notwendige semantische Interoperabilität im Gesundheitswesen. Dabei entspricht die Plattform den höchsten Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards.
MEDI:CUS entsteht gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen und wird mit multiprofessionellen und interdisziplinären Teams umgesetzt. Im Fokus steht zunächst die klinische Versorgung.
PC3-AIDA
Das Verbundprojekt „Advanced Imaging Utilization by Digital Data Application in BadenWürttemberg“ (PC3-AIDA) legt mit der Bilddateninfrastruktur „teamplay digital health platform connect“ (tdhp) den Grundstein für den Austausch komplexer Gesundheitsdaten in Baden-Württemberg. Durch KI-gestützte Auswertungen soll das klinische Personal entlastet werden. Im Vorgängerprojekt PC3 wurde die „Photon-Counting“-Computertomographie-Technologie erfolgreich an drei Kliniken implementiert. Im Rahmen von PC3-AIDA arbeiten die Universitätsklinika Freiburg, Tübingen, Ulm und die Universitätsmedizin Mannheim zusammen, um die neuen Computertomographen digital zu vernetzen. Zudem sollen Daten des „Photon-Counting“-Computertomographen und andere moderne
Bilddaten umfassend verwertet werden, um die Diagnostik zu verbessern und medizinische Daten anderer Art einzubinden. Die Forschungsplattform NORA in der tdhp ermöglicht zudem die frühzeitige Integration neuer, KI-basierter Auswertungsmöglichkeiten zur Entlastung des klinischen Personals.
ZPM Digitalstrategie
Die Zentren für Personalisierte Medizin (ZPM) fördern die personalisierte Versorgung durch die Vernetzung von klinischen Daten, um maßgeschneiderte Therapien, insbesondere für chronisch kranke Patientinnen und Patienten, zu ermöglichen. Nachdem sich die ZPM zunächst auf die Versorgung von Krebs-Patientinnen und -Patienten konzentriert und entsprechende Strukturen etabliert haben, geht es im aktuellen Doppelprojekt „ZPM Digitalstrategie“ um die Versorgung von Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen. Im ersten Teilprojekt sollen die Patientenakten um neue diagnostische Parameter ergänzt werden. Im zweiten Teilprojekt liegt der Fokus auf der digitalen Vernetzung von universitären Infrastrukturen mit externen IT-Strukturen, beispielsweise von niedergelassenen Facharztpraxen und nichtuniversitären Krankenhäusern.
Die Vereinheitlichung von Abläufen, sowie die einheitliche Erfassung von patientenrelevanten Daten entlang der gesamten „patient journey“ ist die Grundlage für eine gemeinsame Datensammlung in der nationalen Datenintegrationsplattform des Deutschen Netzwerks für Personalisierte Medizin (dnpm:DIP). Über die vollständige Abbildung der „patient journey“ lässt sich beispielsweise ablesen, wir gut eine Patientin oder ein Patient auf eine Therapie anspricht. Ziel des Doppelprojekts ist es, die heimatnahe Versorgung von chronisch Erkrankten weiterhin sicherzustellen und den Zugang zu hochinnovativen personalisierten Therapieansätzen digital verfügbar zu machen.
Weitere Informationen finden Sie hier YouTube: BIOPRO für das Forum Gesundheitsstandort BW